Armaturen Viertel Interview
mit Jonas Ihme

Jonas Ihme (33) arbeitet bei der Werbeagentur RSB DESIGN als Artdirector und kümmert sich mit seinem Team darum, dass die werbetechnischen Auftritte des Kunden „reinhauen“. Das bedeutet, es gilt bei jedem Job nicht nur Produkte und Leistungen zielgruppenorientiert in Szene zu setzen, sondern auch die Philosophie, die Seele des jeweiligen Unternehmens zu treffen. Immer nah am Kunden und in der Materie und gleichzeitig verantwortlich für seinen Bereich zu sein, ist mehr als ein Job. Es ist vielleicht ein Stück weit Berufung … Kaum jemand kennt die Bedürfnisse der Branche – ob dem jeweiligen Kunden schon bekannt oder nicht – besser als der kreative Kopf hinter dem Armaturen Viertel.
Zeit für ein Interview!

Alexi:
Hallo Jonas, an welchem spannenden Projekt arbeitest du gerade? Übrigens, ich zeichne das Gespräch auf, um das später leichter wiedergeben zu können.

Ihme:
Hast du denn meine Erlaubnis dazu – wegen Datenschutz usw.?

Alexi:
Natürlich!

Ihme:
Das klang zögerlich, aber okay … Also zurzeit arbeite ich an dem Armaturen Viertel. „Kurz vor knapp“ muss es fertig werden und einiges noch von den Kunden abgesegnet werden. Neben einem Corporate Design Manual für einen namhaften Kunden sowie weiteren Projekten gibt es auch noch viel für die Auftritte unserer Kunden auf der Valve World zu erledigen.

Alexi:
Wie lange bist du schon im Beruf?

Ihme:
Im Beruf bin ich seit 2010. Vorweg habe ich eine dreijährige Ausbildung gemacht, welche ich zu meinen Berufsjahren dazu zähle. Also bin ich seit 11 Jahren im Beruf.

Alexi:
Jetzt kommt eine Doppelfrage: Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß und was am wenigsten?

Ihme:
Poah! Am wenigsten Spaß macht mir … Obwohl (lacht), ich fange besser mal mit dem Positiven an. Am meisten Spaß macht es mir, die Kunden zu begeistern; neue Wege einzuschlagen bzw. Wege zu ergründen, die für den Kunden vorher nicht ersichtlich waren. Dadurch schafft man neue Perspektiven, um beispielsweise ein Produkt oder das Unternehmen voranzubringen. Dann freue ich mich, wenn meine Arbeit gut ankommt. Quasi ist das Resultat das Ergebnis des Spaßes, den ich an meiner Arbeit habe. Am wenigsten Spaß machen mir Telefonate!

Alexi:
Aber doch wohl nicht, weil du nicht gern mit den Kunden
redest, sondern weil …?

Ihme:
Nein, das ist natürlich nicht der Grund. Weil die Zeit einfach draufgeht und ich mich vor allem lieber persönlich mit dem Kunden treffe und mit ihm bei einer Currywurst schnacke! Aber das Telefonieren bringt der Beruf mit sich, gerade weil wir ja auch deutschlandweit
(und darüber hinaus) aufgestellt sind.

Alexi:
RSB DESIGN ist als Werbeagentur sehr spezialisiert. Wir bewerben keine schnittigen Sportwagen, leckeres Essen oder coole Klamotten, sondern Industriearmaturen. Worauf kommt es hier besonders an?

Ihme:
Zunächst mal kommt es darauf an, dass man sich darauf einlässt. Zugegebenermaßen war vor 8 Jahren die Industriebranche nicht unbedingt mein Lieblingsgebiet (lacht). Ich hatte mich zum damaligen Zeitpunkt eher in anderen, klassischeren Gefilden gesehen – sprich klassische Werbung für den „Otto-Normal-Verbraucher“. Durch meinen Werdegang habe ich mich dann in den Industriebereich bewegt und entdeckt, so sagen es zumindest die Kunden, dass ich ein gutes Händchen + Auge für diese speziellen Branchen habe. Jetzt habe ich die Frage vergessen …

Alexi:
RSB DESIGN ist als Werbeagentur sehr spezialisiert. Wir bewerben keine schnittigen Sportwagen, leckeres Essen oder coole Klamotten, sondern Industriearmaturen. Worauf kommt es hier besonders an?

Ihme:
Die Frage kann ich so gar nicht beantworten. Ich würde eher fragen: „Worauf kommt es dem Kunden besonders an?“ Das ist in der Regel Technik und Technik. Also muss man genau so filtern, dass das Ergebnis der Arbeit am Ende bei all der Technik noch verständlich und übersichtlich bleibt. Wir müssen im Prinzip verstehen, was die Produkte machen, welche technischen Hintergründe es gibt und was sie bewirken sollen.

Alexi:
Woher beziehst du deine kreativen Ideen? Was hilft dir dabei, kreativ zu sein?

Ihme:
Grafik-Tüten von Lidl. Spaß! In meinen Berufsjahren hat man schon vieles gesehen und vieles gemacht. Gewisse Dinge gehen von der Hand. Man weiß zum Beispiel, dass Stil XY in einem bestimmten Gebiet gut aussieht und seinen Zweck erfüllt. Bei größeren Projekten hole ich mir Inspiration im Austausch mit Kollegen oder Bekannten aus der Branche. Bei seltenen(!) kreativen Lücken hilft Wein. Rotwein. Viel. Meine Mutter ist mir auch des Öfteren behilflich. Sie ist Künstlerin und hat immer einen sehr kritischen Ansatz, der mich dazu bringt, selbst noch kritischer zu sein. Letztendlich verbessere ich mich dadurch. Neben meiner Mutter ist der wohl beste Kritiker Herr Bauser (Anm. Geschäftsführer bei RSB DESIGN), weil er mittlerweile genauso tickt wie die Kunden. Nach 20 Jahren in der Branche verschwimmen die Grenzen da.

Alexi:
Kann ich bestätigen! Hat sich die Branche in Sachen Werbung im Lauf deiner Berufsjahre verändert? Und welche Entwicklung siehst du in der Zukunft?

Ihme:
Es gibt aktuell eine Entwicklung, besonders im Digitalbereich, welche auch in Zukunft weitergeht. Als Grafiker behaupte ich aber, dass der Printbereich immer noch ein starkes Medium ist und auch bleibt. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass das Medium nicht vor mir ausstirbt. Allerdings kann man den Print- und Digitalbereich wunderbar miteinander kombinieren. Apps, Social Media oder QR-Codes sind klassische Verbindungen von Print zu Digital. Bei den Messen wird heutzutage auch einiges aufgefahren. Waren es früher Roll-ups oder Papierdrucke, so sieht man heute iPads, Leuchtdisplays, teilweise mit Animationen. Es hält sich nicht mehr ganz die Waage, dennoch ist der Printler sehr gefragt.

Alexi:
Sieht man ja an der Fachzeitschrift Armaturen Viertel!

Ihme:
True, True… 🙂

Alexi:
Was würdest du dir von der Branche in Sachen Marketing wünschen – z. B. mehr Mut zu Neuem?

Ihme:
Ich habe mittlerweile viele Präsentationen beim Kunden gemacht und handhabe es so, dass ich meine Layouts in einer aggressiven und einmal in einer traditionellen Variante vorlege. Es ist so, dass die „frechere“ Version zumeist nicht nur für mehr Gesprächsstoff, Lacher und Erstaunen sorgt, sondern auch besser ankommt. Am Ende des Tages stellt sich allerdings oft heraus, dass sich der Kunde für die erprobte Möglichkeit entscheidet. Die Begründung ist erstaunlich: Es herrscht die gängige Meinung, dass die Branche an sich stark konservativ ist und eine Einschätzung darüber, wie gut die offensivere Darstellung ankommt, nicht möglich ist. Das führt mich zu der Annahme, dass der Markt nicht konservativ ist – jeder denkt nur von seinem Nachbarn, dass er es sei. Andererseits sprechen wir hier nicht von etwas Negativem! Altbewährtes vermittelt Beständigkeit und Tradition und erzielt nach wie vor hervorragende Ergebnisse. Letzten Endes ist es Geschmacksache und beide Herangehensweisen können äußerst effektiv sein.

Alexi:
Wie schaffst du es, bei der ganzen „Pixelschubserei“ noch zu entspannen?

Ihme:
Im Prinzip ist die Pixelschubserei meine Entspannung. Aber wenn ich dann doch mal genug Pixel „geschubst“ habe, gibt es noch vieles, was mir hilft, einen freien Kopf zu bekommen. Ich bin ein sehr geselliger Mensch, habe einen großen Freundes- und Bekanntenkreis und natürlich eine wunderbare Frau und 3 Kinder. Das heißt, es gibt fast immer einen Geburtstag 🙂 Am Wochenende bin ich meistens mit meinen Kindern auf dem Fußballplatz. Und am Abend gibt es mal ein gutes Glas Wein mit meiner Frau. Dadurch tanke ich neue Energie und auch Kreativität.

Alexi:
Wen würdest du gerne mal persönlich treffen und warum?

Ihme:
Eminem

Alexi:
Jonas Ihme – besten Dank für das Interview!

www.rsb-design.de
Autor: Christopher Alexi (RSB Design)

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