ZUM GRÜNEN GAUL, DEN SCHANK INS MAUL!

Nein, verehrte Leser, hier geht es nicht um eine besonders seltene Pferderasse, sondern um die nächste Station unserer kulinarischen Tour durch Bochum – die Schank- und Speisenwirtschaft „Zum Grünen Gaul“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem vor etwas über einem Jahr das Szene-Café „Orlando“ im Bochumer Stadtteil Ehrenfeld geschlossen wurde, ist es dort erheblich ruhiger und langweiliger geworden. Unter den Anwohnern hatte es in den zwanzig Jahren seit seiner Gründung einen regelrechten Kultstatus erreicht. Umso bedauerlicher war die Schließung. Denn obwohl Bochums Nightlife für jeden etwas zu bieten hat, und zwar ziemlich reichlich, ging es hierbei primär um den „gemütlichen Laden um die Ecke“. Also um einen Ort, in dem man sich wohlfühlt wie im eigenen Wohnzimmer – und dabei gut essen und trinken kann. Die Menschen in Ehrenfeld wollten etwas Neues und es musste was passieren. Wer heute in die Alte Hattinger Straße 31 fährt, erlebt nun eine positive Überraschung.

Wir nehmen draußen Platz, direkt an der Straßenecke. Es wird langsam dunkel, und die Leute strömen aus allen Richtungen, um sich ins Nachtleben zu stürzen oder im Grünen Gaul ihren Wein zu genießen. Die Atmosphäre passt. Die sommerlich warme Luft des frühen Abends, die regen Unterhaltungen der Gäste an den Tischen als auch das warme Ambiente im Innenbereich ziehen mich sofort in ihren Bann. Die Weinkarte lässt fast keine Wünsche offen. Die Auswahl ist sehr international, und auch einige deutsche Weine haben ihren Weg auf die Karte gefunden. Wir werden von unseren Gastgebern  Patrick Steinkamp und Jana Stefan sehr charmant beraten, um unseren  Geschmack so gut wie möglich zu treffen. Es wird Rot und Weiß. Meine Wahl fällt auf den Blauen Spätburgunder. Herr Ihme entscheidet sich für Quinta Quietud, dazu gibt es ganz klassisch Solei und Frikadelle. So richtig einordnen lässt sich der Gaul nicht. Laut Patrick sieht man sich auf jeden Fall eher als Gastronomiebetrieb denn als reine Weinbar. Viele Service-Mitarbeiter haben Erfahrung im Living Room oder dem Franz Ferdinand gesammelt – was man auch hier anhand des herzlichen und dennoch sehr professionellen Umgangs mit den Gästen bemerkt. Diese Leute leben ihren Job – ganz dicker Pluspunkt! Die Mission, einen Laden zu eröffnen, der mit seinem Konzept „Back to the Roots“ geht und das Viertel wiederbelebt, ist unserer Meinung nach aufgegangen. Ein Fazit, das wir nicht erst nach dem Genuss des Spätburgunders, des Quinta Quietud und darauffolgend weiterer Tropfen wie dem Corral de Campanas hatten. Der Besuch im Grünen Gaul lohnt nicht nur für Weinliebhaber, sondern auch für Laien wie uns. Auch zum Essen uneingeschränkt zu empfehlen.

www.franzferdinand-bochum.de
Autor: Christopher Alexi (RSB Design)
Bildquelle: Zum Grünen Gaul, Jonas Ihme (RSB Design)

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